Ebene 1: Emotionale Basiskompetenzen

Die Grundlage des Modells bilden Emotionale Metakompetenzen. Die Bezeichnung ist nicht völlig intuitiv, wenn wir uns ansehen, was hier hineinfällt. Die Basiskompetenzen sind: Reflexionsfähigkeit, „Wissenwollen“ (Lernwilligkeit und Neugier) sowie psychische und physische BelastbarkeitAllerdings setzen alle dies die Fähigkeit zum Emotionsmanagement voraus und dieses gründet auf einer guten Körperwahrnehmung.

Körperbewusstsein

Schon der römischen Dichters Juvenal (1.Jhdt. n.Chr.) betonte den Wert eines gesunden Körpers für einen gesunden Geist, wenn er sagte „orandum est ut sit mens sana in corpore sano“ („Man soll beten, dass ein gesunder Geist in einem gesunden Körper sei“). Ich rate allerdings dazu, nicht nur zu beten, (das sei jedem gerne überlassen), sondern auch weltlichere Aktivitäten zu setzen. Für das Metakompetenzmodell sind vor allem zwei Aspekte der Körperlichkeit relevant, wobei der Wert dieser Kompetenz keineswegs drauf beschränkt ist. Der Körper ist als Basis aller emotionalen und kognitiven Prozesse relevant. Emotionen basieren auf körperlichen Prozessen. Der Mensch wird heute zu Recht als bio-psychisch-soziale Entität verstanden und die Wechselwirkungen der Physis und der Psyche sind mannigfach und deren Erforschung steckt trotz aller Erkenntnisse noch in den Kinderschuhen. Emotionen sind komplexe Wechselwirkungen zwischen körperlichen und geistigen Prozessen. Für eine gute Emotionswahrnehmung, die die Basis für eine entsprechende Emotionsregulation ist, bedarf es also der Wahrnehmung der damit verbundenen körperlichen Signale.

Emotionsmanagment

Reflexionsprozesse (insbesondere im Bereich der Selbstreflexion) und die Auseinandersetzung mit Wissen, die meistens bei "Nichtwissen" beginnt, verursachen Frustration und somit negative Emotionen. Um diese auszuhalten und fortzufahren, ist ein gutes Emotionsmanagement erforderlich. Da Emotionen sich durch körperliche Ereignisse ausdrücken, enden wir letztendlich bei der Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper. Insbesondere die vielen Facetten des Emotionsmanagements beeinflussen auch weitere wichtige Aspekte einer entwickelten Persönlichkeit. Denn darum geht es, wenn wir uns gute Führungskräfte, eigenverantwortliche Mitarbeiter, verantwortungsvolle Politiker und exzellente Berater vorstellen. Sie sehen, dass das Metakompetenzmodell kein strikt lineares Modell ist. Dies liegt an den vielfältigen Ausprägungen von Konstrukten wie "Emotionsmanagement".

Bild Ebene 1

Die drei eigentlichen emotionalen Basiskompetenzen

Reflexionsfähgkeit


Die Fähigkeit zur Reflexion insbesondere zur Selbstreflexion ist die Grundlage aller bewusster Lernprozesse. Eine Abweichung von einem Sollwert zu erkennen, kann, wie gesagt, schmerzhaft sein, ist aber meist der Beginn einer positiven Veränderung. Nicht umsonst stand über dem Eingang zum Orakel von Delphi „Erkenne dich selbst!“. Eng verwandt mit der Reflexionsfähigkeit ist die Kritikfähigkeit, die aber im Metakompetenzmodell, den Sozialen Basiskompetenzen (Ebene 2) zugeordnet ist. Jeder Rückkopplungsprozess (und ein solcher sind alle Lernprozesse) setzen die Auseinandersetzung mit dem Ergebnis von Handlungen voraus.

Wissenwollen

Hier setzt auch ein Aspekt des „Wissenwollens“ ein. Die Bereitschaft neues Wissen aktiv zu suchen, aktive Problemlösungsstrategien zu entwickeln und anzuwenden, zu hinterfragen und auch flexibel auf neue Fakten zu reagieren ist die Basis zahlreicher wichtiger kognitiven Fähigkeiten. Wenn die Anforderungen von Kontexten verlangt progressiv, lösungs- und zukunftsorientiert ist die aktive Auseinandersetzung mit Neuem unabdingbar. Zuletzt verlangen die meisten Anforderungen in unserer Zeit die Interaktion mit anderen Menschen. Komplexe Aufgaben unserer Zeit sind meist nur als Gruppe bzw. als Team zu lösen. Soziale Prozesse zu verstehen, zu lenken und produktiv zu gestalten ist die Kernkompetenz jeder Führungskraft. Zweifellos hilft es in allen diesen Bereichen ein gewisses Talent zu haben, doch sind alle diese Fähigkeiten lehr-, lern- und entwickelbar.


Das Problem der Operationalisierung

Die eigentliche Problematik ist dabei, dass es sich ausschließlich um Qualitäten handelt. Sie sind also nicht direkt messbar. Das trifft im Wesentlichen auf alle Metakompetenzen zu. In den Wissenschaften heißt der Prozess der Umwandlung von Qualitäten in messbare Quantitäten Operationalisierung und ist üblicherweise ziemlich schwierig. Der amerikanische Psychologe Daniel Siegel meint: „Nicht alles was wichtig ist, ist messbar und nicht alles was messbar ist, ist auch wichtig“. Um zu erkennen wie oft Messinstrumente eingesetzt werden, die schlicht nichts mit den geforderten Qualitäten im Zielkontext zu tun haben, schaue man sich nur dem Einstiegstest für Mediziner, zahlreiche „Persönlichkeitstests“ die in Unternehmen eingesetzt werden oder Befähigungsprüfungen für psychosoziale Beratungsberufe an. Gerade in Zeiten in denen die Halbwertszeit von Wissen immer weiter abnimmt, agile und flexible Strukturen gefragt sind und künstliche Intelligenzen in vielen Bereichen leistungsfähiger als Menschen sind, ist die stupide Reproduktion von „Wissen“ nicht mehr nützlich, wenn sie es denn je war. Es bedarf Persönlichkeiten und Haltung mit sozialer Kompetenz und geistiger Flexibilität um zu bestehen.


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